Im zweiten Literaturcafé 2026 beschäftigen wir uns mit 3 Werken aus Italien. Am Do., 11.06.2026 um 19 Uhr besprechen wir sie online.
Krach der Kulturen um einen Fahrstuhl an der Piazza Vittorio, Amara Lakhous
Mord an der Piazza Vittorio! Ein Verbrechen soll aufgeklärt werden, aber vor allem entfaltet sich zwischen den Marktständen und in den Treppenhäusern der Palazzi ein vielstimmiges Portrait des römischen Lebens.
Im Aufzug eines Wohnhauses an der Piazza Vittorio in Rom wird ein junger Italiener mit dem Spitznamen Il Gladiatore, den alle Hausbewohner unsympathisch fanden, tot aufgefunden. Amedeo (eigentlich Ahmed), den alle für einen Italiener halten und sympathisch finden, wird offiziell verdächtigt, der Mörder zu sein, weil er seither verschwunden ist. Nun darf jeder Hausbewohner »die Wahrheit« aus seiner Sicht erzählen: ein Koch aus dem Iran, eine neapolitanische Hausmeisterin, ein holländischer Filmstudent, eine peruanische Altenpflegerin. Sogar der abwesende Amedeo kommt zu Wort und kommentiert die Weltsicht seiner Mitbewohner – das Ganze gerät unversehens zur commedia all’italiana!
Ein Buch über Rom, über die italienische Gesellschaft, ihre Bürokratie und ihren Erfindungsreichtum, über kulturelle Vorurteile, Missverständnisse und Freundschaften. Geschrieben von einem jungen Autor, der den Leser mit ironisch-leichtem Ton in den Bann zieht.
Alma, Federica Manzon (ausgezeichnet mit dem Premio Campiello)
Ein italienischer Bestseller: Triest, Liebe und Erinnerung im 20. Jahrhundert – für Fans von Francesca Melandri und Elena Ferrante
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück – eine Stadt an der Grenze zwischen Ost und West. Hier begegnet sie Vili wieder, ihrer Jugendliebe, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert. Und da ist auch der Schatten des Krieges jenseits der Grenze, der ihre Liebe zu Vili vor vielen Jahren erschüttert hat …
Eva schläft, Francesca Melandri
»Nur einmal in ihrem Leben konnte sich meine Mutter Gerda der Liebe eines Mannes gewiss sein, und ich der eines Vaters. All die anderen kamen und gingen wie ein Wolkenbruch im Sommer.«
Eva ist Anfang vierzig, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeitlang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben und möchte Eva noch einmal sehen. Sie reist mit dem Zug von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden. In ihrer Vorstellung entfaltet sich ihre ganze Kindheit in Südtirol: Sie wuchs im Schatten der politischen Verwerfungen einer Region auf, die drei Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war und dann endlich den Aufbruch in die Autonomie wagte. Doch noch stärker wurde Evas Kindheit geprägt von der Liebe ihrer Mutter, der im Leben nichts geschenkt wurde. Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater.
Quelle: https://www.wagenbach.de/buecher/titel/eva-schlaeft.html
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